Tariferhöhungen bei der privaten Krankenversicherung 2021

Auch 2021 gibt es Erhöhungen bei Tarifen der privaten Krankenversicherung. Erste Versicherer haben die neuen Beitragserhöhungen bereits kommuniziert. Viele Kunden sind aufgrund von Negativberichten in den Medien verunsichert.

In diesem Artikel beantworten wir daher wichtige Fragen für Versicherungsmakler. 

  1. Welche Gesellschaften haben die Beiträge für die PKV 2021 erhöht?
  2. Was sind die Gründe für Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung? 
  3. Wann sollten Versicherungsmakler angesichts Beitragserhöhungen bei der PKV handeln? 
  4. Welche Reaktionsmöglichkeiten haben Versicherungsmakler bei Beitragsanpassungen der privaten Krankenversicherung?

Wie können Versicherungsmakler bezüglich der PKV Beitragserhöhungen mit ihren Kunden kommunizieren?

Welche PKV Tarife sind 2021 von Beitragsanpassungen betroffen?

Eine besondere Rolle hinsichtlich der Erhöhungen für die PKV spielt das Pflegestärkungsgesetz II der Pflegereform. Dadurch weichen die Leistungsausgaben von der ursprünglichen Kalkulation ab. Weitere Gründe, warum es Anpassungen gibt, sind die niedrigen Zinsen für die Kapitalanlage der Altersrückstellungen, steigende Ausgaben im Gesundheitswesen (medizinische Inflationsrate), die gestiegene Anzahl an Leistungsempfängern in der Pflege sowie die höhere Lebenserwartung der Versicherten.  Übrigens sind Tarifanpassungen erst dann gesetzlich erlaubt, sofern die Krankheitskosten der Versichertengemeinschaft die Einnahmen um mehr als fünf Prozent übersteigen. Daher gehen einem Jahr mit größerer Beitragsanpassung (BAP) häufig viele Jahre der Beitragsstabilität voraus.

Im Schnitt beliefen sich die Beitragsanpassungen bei der privaten Krankenversicherung für zwischen 2009 und 2019 auf rund 2,8 Prozent. Die durchschnittliche Beitragsentwicklung bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zeigt für Versicherte im selben Zeitraum eine Erhöhung von etwa 3,3 Prozent.

Erhöhungen PKV Tarife 2021 der Versicherer:

Im vergangenen Jahr haben unter anderem AXA, Signal Iduna, Inter sowie UKV / BBKK die Beiträge erhöht. Auch für 2021 ist bei Allianz, AXA, Barmenia, UKV / BBKK, Inter, Universa und Continentale mit Beitragsanpassungen zu rechnen. Versicherungsmakler können mit dem BAP-Guide von GEWA-COMP prüfen, in welchem Ausmaß ihre versicherten Kunden von einer Beitragserhöhung betroffen sind. Der Guide informiert detailliert über Beitragsanpassungen und Beitragsgarantien zu Tarifen der privaten Krankenversicherung.

Die Krankenversicherungen der GKV sind von dieser Entwicklung übrigens genauso betroffen. Beitragssteigerungen dürfen daher nicht für ein Jahr betrachtet werden, sondern müssen über einen größeren Zeitraum bewertet werden. Makler, die ihre Kunden trotz einer Beitragserhöhung 2021 von den Vorteilen der PKV gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung überzeugen wollen, sollten sich für die Beratung relevante Argumente zurechtlegen.

Möglichkeiten für Versicherungsmakler auf PKV Beitragserhöhungen 2021 zu reagieren

Es gibt einige wichtige Aspekte zu beachten. Ist der PKV Tarif des Kunden von einer Anpassung betroffen, sollte der Versicherungsmakler vor der Beratung die bisherige Beitragsstabilität prüfen. Vor einem PKV-Tarifwechsel sollte die Entwicklung der Prämienzahlungen mit dem versicherten Kunden gemeinsam besprochen werden, um beispielsweise einen Sondereffekt aufzuzeigen.

Ein besonders wirksames Mittel im Fall von Beitragssteigerungen ist §204 im Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Dieser verpflichtet die Krankenversicherer, dass Kunden ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen vom Versicherungsumfang gleichartigen Tarif wechseln dürfen. Der Kunde kann beim Wechsel in einen ähnlich leistungsstarken Tarif seine Altersrückstellungen behalten. Den Text von §204 des VVG finden Sie hier.

Mitglieder des Deutschen Maklerverbunds können dank der kostenfreien digitalen Finanzanalyse den komplexen Beratungsvorgang rechtssicher durchführen. Versicherungsmakler können ihre Kunden per Online-Präsentation Schritt für Schritt durch die unterschiedlichen Themenbereiche der PKV führen. Insbesondere vielschichtige Sachverhalte werden mit interaktiven Grafiken, Statistiken, Erläuterungen, Beispielen und Tipps visuell so aufbereitet, dass Kunden sich das Thema schnell erschließen.Versicherungsmakler können die digitale Finanzanalyse kostenlos testen.

Mehr Informationen zum PKV-Tarifwechsel finden Makler beim Verband der privaten Krankenversicherung e.V. Der PKV-Verband hat 2016 Leitlinien zur Vereinheitlichung des Wechsels innerhalb der PKV veröffentlicht. Hier finden Versicherungsmakler eine Übersicht über die beteiligten Versicherungsunternehmen.

Kündigung der privaten Krankenversicherung nach PKV Beitragserhöhung nur im Ausnahmefall

Die Versicherten genießen angesichts der Beitragsanpassungen (BAP) ein Sonderkündigungsrecht für aktuelle private Krankenversicherungen. Den Vertrag des versicherten Kunden nach Kündigung bei einem anderen Versicherungsunternehmen neu einzudecken, ist im Regelfall das letzte und schlechteste Mittel. Eine Kündigung der PKV oder ein Wechel des Versicherers sollte auch 2021 nur im Ausnahmefall empfohlen werden.
Bei einem Wechsel des Versicherers zum 01.01.2021 können die Altersrückstellungen des Kunden – je nach Tarifgeneration – entweder gar nicht oder nur anteilig zu dem neuen Krankenversicherer mitgenommen werden. Zudem ist eine neue Gesundheitsprüfung erforderlich. Daher sollte stets der gesundheitliche Zustand des Versicherten berücksichtigt werden.

Eine Kündigung des Vertrags zum 01.01.2021 ist somit meistens nur im Ausnahmefall sinnvoll. Sollte es dennoch die notwendige Option sein, können Versicherungsmakler über den kostenfreien PKV-Vergleichsrechner des DEMV schnell und aufwandslos Alternativ-Angebote für die PKV erstellen. Makler, die noch kein Mitglied im DEMV sind, können sich einen kostenlosen Testaccount inklusive Beratungsangebot sichern.

Kostendämpfend können Tarife mit kleiner Selbstbeteiligung sein, da sich innerhalb der Versichertengemeinschaft keine “Vollkasko-Mentalität” entwickelt. Versicherungsmakler sollten in der Beratung zudem unbedingt auf gute Bilanzkennzahlen des Versicherers achten. Es sollten keine vermeintlichen Billigtarife, nur aufgrund der aktuell günstigen Prämien, verkauft werden. Es gilt der Grundsatz: Von den wichtigsten Kundenwünschen, bestehend aus guten Leistungen, günstigen Beiträgen und Beitragsstabilität, sind jeweils nur zwei Ziele gleichzeitig erreichbar. Es besteht ein klassischer Zielkonflikt.

Mehr Informationen zu diesem Thema bieten wir in einem Webinar auf unserer Weiterbildungsplattform für Versicherungsmakler an, für das Sie Weiterbildungszeit gemäß IDD gut geschrieben bekommen.

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