Makler­Pools

Wissenswertes und Empfehlungen

Überblick zu Maklerpools:

Was machen Maklerpools?

Maklerpools sind ursprünglich entstanden, damit Versicherungsmakler Anträge courtagepflichtig an Gesellschaften vermitteln können. Je nach Maklerpool betrifft das Versicherungsverträge, Investmentgeschäfte, Bankprodukte und Nebenprodukte wie Strom oder Gasverträge. 

Dazu schließt der Pool mit den jeweiligen Gesellschaften einen Vertrag zur Vermittlung von Anträgen. Somit wird der Versicherungsmakler zeitlich entlastet, denn dieser muss nicht mit jeder einzelnen Gesellschaft einen Vertrag verhandeln, bevor Anträge vermittelt werden können. 

In den vergangenen Jahren haben Maklerpools das Dienstleistungsangebot erheblich ausgeweitet, wobei der Leistungsumfang je nach Dienstleister sehr unterschiedlich ist. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören unter anderem:

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die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur (meist Maklerverwaltungsprogramm genannt), um alle anfallenden Aufgaben im Maklerbüro digital und möglichst automatisiert durchführen zu können. Dies betrifft vor allem den Bereich der Beratung und die anfallenden Verwaltungstätigkeiten.

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die Verhandlung von Deckungskonzepten, die es dem Versicherungsmakler ermöglichen, bessere Produkte als Wettbewerber anbieten zu können. Deckungskonzepte bieten umfangreicheren und teilweise preiswerteren Versicherungsschutz als die Standard-Tarife der Versicherer.

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die Bereitstellung eines Weiterbildungsangebots, um die gesetzliche Weiterbildungspflicht zu erfüllen. Das Weiterbildungsangebot sollte inhaltlich neutral und fachlich und vertrieblich möglichst breit gefächert sein, da die geschäftliche Ausrichtung und Spezialisierung von Maklerhäusern sehr individuell ist.

Maklerpools und Direktvereinbarung

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Wie hoch sind die Provisionssätze von Maklerpools?

Die Provisionen, auch Courtagen genannt, sind je nach Maklerpool sehr unterschiedlich. Je höher die Provisionssätze, umso stärker partizipieren Sie an dem vermittelten Antrag. Daher ist es bei der Zusammenarbeit mit einem Maklerpool wichtig, dass Sie einen Dienstleister finden, der nur eine geringe Marge benötigt, um die Dienstleistung zu finanzieren. Technisch gut aufgestellte Maklerpools und vor allem auch Maklerverbünde können dies im Regelfall bieten. Mit folgenden Provisionssätzen können Sie im Regelfall immer rechnen:

Je nach Maklerpool ist es im Einzelfall möglich, höhere Provisionssätze zu verhandeln. Dies setzt im Regelfall eine überdurchschnittliche Produktionserwartung voraus.

Wie funktioniert die Anbindung beim Maklerpool?

Ist der passende Maklerpool gefunden, wird eine sogenannte Vertriebsvereinbarung getroffen. Diese bildet die rechtliche Grundlage für die Vermittlung von Anträgen und in dieser ist meist geregelt …

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… wer die Rechte am Kundenbestand hält.

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… wie hoch die Provisionssätze sind und ob diese verändert werden dürfen.

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… was im Falle der Beendigung der Zusammenarbeit mit Folgevergütungen passiert.

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… ob und in welcher Höhe Lizenzgebühren anfallen.

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… die datenschutzrechtlichen Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers.

Auch wenn die Vertriebsvereinbarungen lang sind, lohnt es sich, diese so lange zu lesen, bis alle Aspekte der Zusammenarbeit nachvollziehbar sind. Leider machen wir immer wieder die Erfahrung, dass neue Mitglieder erst im Laufe der Zusammenarbeit mit Maklerpools Nachteile erkennen.

Welche Vorteile haben Maklerpools?

Die Anforderungen an Vermittler sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Das betrifft regulatorische (IDD) und rechtliche Themen (DSGVO), vor allem aber deutlich höhere Anforderungen an die Beratung und damit verbunden ein spürbarer Anstieg an Verwaltungsaufgaben.

Sehr gute Pools und Verbünde stellen Maklerhäusern die technische und prozessuale Infrastruktur zur Verfügung, damit diese sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Dazu gehören beispielsweise:

Technische Lösungen

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Maklerverwaltungs­programm mit Kundenverwaltung, Vergleichsrechner, Finanzanalyse, Kunden-App, Courtagemodul

Vertriebliche Lösungen

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Kampagnentool, 1:1-Bestandsumdeckung, Tools für die Onlineberatung

Produktspezifische Lösungen

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Deckungskonzepte mit verbesserten Vertragsbedingungen

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Rabatte im Sachversicherungs­bereich, die Kunden eingeräumt werden können

Vertragliche Lösungen

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Teilweise höhere Courtagen

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Marktzugang zu vielen Versicherern zur Vermittlung von Produkten

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Geprüfte Maklerverträge

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Unternehmen DSGVO-konform aufstellen

Zusätzliche Lösungen

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Weiterbildung, Wissensdatenbank, fachliche Ansprechpartner

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Die Leistungsfähigkeit und Innovations­geschwindigkeit der gut 50 Maklerpools in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Vor Beginn der Zusammenarbeit ist es wichtig die angebotenen Lösungen ausführlich zu testen. Damit ist es möglich die werbliche Außendarstellung den tatsächlichen Leistungen gegenüber zustellen.

Maklerpools bieten Versicherungsmaklern somit viele Vorteile. Je nach rechtlicher Ausgestaltung gibt es jedoch auch handfeste Nachteile, die in der nachstehenden Grafik erläutert werden.

Vergleich der Zusammenarbeit bei Pools, Direktvereinbarung und DEMV

Maklerpools und Deutscher Maklerverbund Vergleich

* Unterschiede je nach rechtlicher Ausgestaltung möglich
** Kommt es zur Insolvenz des Maklerpools, muss der Insolvenzverwalter unter Umständen die Auszahlung der Courtagen stoppen, um die besserrangigen Gläubigerinteressen zu bedienen

Welche Nachteile haben Maklerpools häufig?*

Courtagezahlung

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Bei klassischen Vertrieben reichen Makler Anträge beim Pool ein und dieser leitet diese an Produktgeber weiter.

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Der Vertrieb erhält Courtage vom Produktgeber und leitet diese abzüglich der eigenen Marge an Makler weiter.

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Der Pool unterhält eine Vertragsbeziehung zum Makler. Der Makler hat demgegenüber keine direkte Vertragsbeziehung zum Produktgeber.

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Die Rechte am Kundenbestand liegen somit beim Pool. Dieser muss die Rechte gegenüber einem Makler freigeben oder abtreten, damit dieser Anspruch hat die Verträge beispielsweise zu übertragen.

Insolvenzfall

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Was passiert im Insolvenzfall des Pools mit den Courtagen des Maklers? Im Insolvenzfall ist die Courtagezahlung womöglich akut gefährdet. Kommt es zur Insolvenz des Dienstleisters, muss der Insolvenzverwalter unter Umständen die Auszahlung der Courtagen stoppen, um die besserrangigen Gläubigerinteressen zu bedienen.

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Kann ein Makler seinen Bestand von dem insolventen Pool weg übertragen? Dies ist nur dann möglich, wenn eine Freigabe des Pools vorliegt oder einzelne Maklerverträge zu den Kunden vorliegen.

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Welche Courtagen sind per Maklervertrag übertragbar? Bestandspflege-Courtagen sind nur zur nächsten Hauptfälligkeit mittels Maklervertrag übertragbar. Bei unterjähriger Zahlweise fließen diese Courtagen dem insolventen Pool zu.

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Dynamikcourtagen oder laufende Abschlusscourtagen können mittels Maklervertrag nicht übertragen werden und diese Courtagezahlungen fließen ebenfalls dem insolventen Pool zu. Lediglich durch eine Freigabe des Maklerpools mit allen Rechten und Pflichten, können diese Dynamikcourtagen, laufende Abschlussvergütung und Stornoreserven auf den Makler übertragen werden. Vorsicht: Mit der Übertragung übernehmen Sie auch das Haftungsrisiko für die insgesamt ausgezahlte Courtage, sprich auch den Anteil an Courtage, den der Pool ursprünglich erhalten hat.

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Stornoreserven können nicht per Maklervertrag übertragen werden, sondern es Bedarf einer Freigabe oder Abtretung des Maklerpools.

Außenwirkung

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Der Pool steht häufig im Versicherungsschein oder der Eindruck in der Police ist unterdrückt. Der Versicherungsmakler steht häufig nicht in der Police.

Manuelle Abrechnungen

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Viele Pools haben sehr alte IT-Strukturen und rechnen Courtagen teilweise noch manuell ab. Damit kann eine hohe Fehleranfälligkeit verbunden sein, insbesondere bei der Bestandspflegezahlung, die für den Makler nur mit erheblichem Aufwand zu kontrollieren ist.

Beendigung der Zusammenarbeit

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Wenn die Zusammenarbeit mit dem Pooldienstleister beendet wird, muss der Bestand zurück übertragen werden. Variante 1: Mittels Maklervertrag. Variante 2: Mittels Freigabeerklärung.

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Bei Variante 2 muss der Makler alle Kunden anschreiben und informieren, dass er künftig mit einem anderen Dienstleister zusammenarbeitet. Den Kunden muss dabei ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden (vergleiche Code of Conduct).

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Es gelten die gleichen oben stehenden Regelungen in Bezug auf die Courtage. Zudem besteht nicht zu jedem Kunden mehr (intensiver) Kontakt oder Adressdaten sind veraltet. Folge: Häufig kann daher nur ein Teil des Bestandes beziehungsweise der Courtagen zurück übertragen werden.

*Unterschiede je nach rechtlicher Ausgestaltung möglich

Was kostet ein Maklerpool?

Die Kosten von Maklerpools und Maklerverbünden hängen mitunter vom Geschäftsmodell ab. Einige Maklerpools verlangen eine monatliche Lizenzgebühr für die Nutzung von Software und Servicedienstleistungen. Andere Maklerpools und Verbünde finanzieren sich über das so genannte Overhead-Modell, bei dem für Versicherungsmakler im Zuge der Mitgliedschaft keine Kosten anfallen. Wiederum andere Dienstleister haben Gebühren, die sich an den Umsätzen des Maklers orientieren. Die folgende Ansicht gibt einen Überblick zu den Kosten verschiedener Pools und Verbünde:

Maklerpool oder Maklerverbund Kosten
Deutscher Maklerverbund
kostenfreie Nutzung für Mitglieder im Deutschen Maklerverbund. Eigenständige Lizenz 119,90 EUR monatlich.*
Charta Börse für Versicherungen Partnerbeitrag abhängig von der Anzahl an Mitarbeitern. Erwerb von Aktien nach sechs Monaten Mitgliedschaft.
vfm – Versicherungs- & Finanzmanagement Eintrittsgebühr über 900 EUR, Lizenzgebühr von mind. 201 EUR.
Netfonds Gruppe Software-Basispaket mit monatlicher Pauschale von 44,- EUR (444,- EUR bei jährlicher Zahlweise).
blau direkt kostenlose Tests, 60 Tage Zugriff auf Software. Anschließend Staffelung 49,- EUR – 1998,- EUR.
Apella kostenfreie Nutzung für Mitglieder bei Apella.
Fonds Finanz Maklerservice kostenfreie Nutzung, Belohnungssystem für loyale Makler.
Jung, DMS & Cie. kostenfreie Nutzung für Vertriebspartner der Jung, DMS & Cie.
[pma:] kostenfreie Nutzung für Vertriebspartner der [pma:].
VEMA kostenfreie Nutzung für Mitglieder der VEMA. Option auf Kauf von Genossenschaftsanteilen.

* Quellen Stand 16.07.2021 (Angaben können sich geändert haben, ohne Gewähr); vfm – Versicherungs- & Finanzmanagement: https://www.franchiseportal.de/franchise-unternehmen/; Charta Börse für Versicherungen: https://charta.de/charta-fuer-makler/; Netfonds Gruppe: https://www.netfonds.de/faq/; blau direkt: https://maklerkonzepte.com/blau-direkt-uebernimmt-datenpflege-fuer-direktvereinbarungen/;
Apella: https://home.apella.de/; Fonds Finanz: https://www.fondsfinanz.de/partner-werden/pool-anbindung; Jung, DMS & Cie.: https://www.jungdms.de/anbindung/makler/; [pma:]:
https://www.pma.de/index.php?id=loesungen; VEMA: https://vema-eg.de/makler/

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Maklerbetreuer Matthias Kaulen

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